7. Oldenburger Zeichenfestival

ausgezeichnet!​

2019

ZEICHNUNG & VISION

Nur das Beste! … und der Weg dorthin…

 

Jeder Mensch hat Wünsche, Hoffnungen und Träume davon wie es uns, unseren Mitmenschen und unserer Umwelt besser gehen könnte

Was ist für mich und für uns das Beste? Wie/was/wo will ich einmal sein? Wenn ich meine/unsere Zukunft beeinflussen könnte, wie würde sie aussehen? Welchen Luxus brauchen wir? Was ist Erfolg? Welche Chancen habe ich?

Das 7. Zeichenfestival Zeichnung und Vision befragte Jugendliche nach ihren spezifischen Vorstellungen von einer „perfekten Welt“. In künstlerischen Workshops entwickelten die Teilnehmenden einzeln und als Kollektiv Visionen für ihre nahe und ferne Zukunft.

Der Sub-Titel „Nur das Beste! … und der Weg dorthin“ mit seiner Andeutung von höchsten Ansprüchen, Gier und Wettbewerb wirft an sich schon Fragen auf, die in Richtung der Interessensvereinbarung von Subjekt und Gemeinschaft zielen. Das 7. Zeichenfestival Zeichnung und Vision will mittels  zeichnerischer Aktionen unter den teilnehmenden jungen Menschen eine Diskussion anregen. Wie stehen gesellschaftliche Realität und individuelle Wünsche zueinander? Welche Zukunftsvisionen haben wir?

ausgezeichnet! wurde von der Oldenburger Kunstschule e.V. erstmals 2007 als Festivalformat entwickelt, um die Vielfalt, die Spielräume, und die Diskurse zeitgenössischer Zeichnung für Jugendliche und junge Menschen zu öffnen – auch jenen, die wenig Zugang zu Bildung haben.

Die Konzepte der vorausgegangenen Zeichenfestivals, von Zeichnung in Zeiten Neuer Medien (2007), Zeichnung zwischen Kunst und Wissenschaft (2009), Zeichnung und Musik (2011) und Zeichnung erzählt (2013), konzentrierten sich auf die Zeichnung als Objekt und Medium in der Wechselwirkung mit anderen zeitgenössischen Medien. Mit Zeichnung erzählt (2013) und dem Wechsel der Festivalleitung wurde eine Verschiebung des Festival-Schwerpunkts auf den Akt des „Zeichnens“ selber sichtbar. schwarm-zeichen (2015) würdigte mit der Prämisse „Zeichnen als kommunikatives Medium und Mittel zur kollektiven künstlerischen Interaktion“ die „Alltagsintelligenz“ des zeichnenden Akts und erreichte auch dank des partizipatorischen Aufrufs zur Suche nach der „Oldenburger Fliege“ mehr als 1500 Menschen. Das Festival ausgezeichnet! bewegt! (2017) setzte die Bewegung im physischen wie im geistigen Sinne als essentielle Notwendigkeit und als motivatorischer Anlass der zeichnerischen Tätigkeit. Zeichnung und Vision (2019) schließlich markierte programmatisch die Beschäftigung mit der Frage „Wie wollen wir leben?“ und damit eine Konzentration auf gesellschafts- und stadtrelevante Themen, die im Dialog mit den Bürger*innen Oldenburgs verhandelt wurden.

WORKSHOPS

ZEICHNUNG & VISION

7. Zeichenfestival 02.09.2019 – 13.09.2019

Grünflächen als Paradiesgärten

Interventionen im Stadtraum

Nathalie Martin und Jakob Perko mit Schüler*innen der IGS Flötenteich

Was uns antreibt ist der Respekt vor dem Grünen, die Begeisterung für die Schnäppchen, Genüsse, Innovationen, Sinnesfreuden … die das Grün auch in der Stadt bereit hält, die Lust am Lebendigen und an Überraschungen. Wir outen Grünflächen als Paradiesgärten. Flanieren, skizzieren […]. Eine erfüllende Safari für alle Sinne zu lebendigen, vielseitigen, grünen, urbanen Charakteren.

Von der Naturbeobachtung ausgehend entstanden Skizzen bis hin zu zeichnerischen Interventionen. Gemeinsam mit Nathalie Martin und Jakob Perko eigneten sich die Teilnehmenden das Feld städtischer Bepflanzungen an und entwickeln es künstlerisch weiter.

Moderne Stadtlandschaften

Urban Sketching

Johan Schäfer mit Schüler*innen der Liebfrauenschule

Zeichnen bedeutet in erster Linie das Sehen zu lernen. Es geht darum, sich ruhig an verschiedene Orte der Stadt zu setzen/stellen, das Denken erst einmal auszuschalten und zeichnend zu beobachten. Dabei ist wichtig, belastendes Wissen abzulegen und stattdessen genau hinzuschauen, wie etwas wirklich aussieht. So wie das genaue Zuhören die Voraussetzung für ein gutes Gespräch ist, tritt man beim genauen Hinschauen in einen Dialog mit der Umgebung. Erst durch das Kennen des Vorhandenen kann man eine konstruktive Vision für seine Stadt entwickeln.

Urbane Pleinair-Zeichnungen sind für Johan Schäfer das Mittel der Wahl auf dem Weg zum Verstehen der eigenen Umgebung mit ihren Eigenheiten und Funktionsweisen. Im Laufe des Workshops wurden die Zeichnungen zunehmend von den Ideen und Gedanken der Teilnehmenden beeinflusst, sodass zeichnerische Schnittstellen zwischen Beobachtetem und Imaginiertem entstanden sind.

I…C…H…

Augmented Reality

Janina Schmid mit Schüler*innen der OBS Osternburg

Augmented Reality kommt der Idee der Zeichnung als Kontaktpunkt zwischen Realität und Vision durch ihre Immaterialität besonders nahe. Auch der Umstand, dass die Zeichnung als Augmented Reality Objekt an einem realen Ort stattfindet und gleichzeitig nur im virtuellen Raum existiert, thematisiert diesen Übergangsbereich der Zeichnung.

Mit Smartphone und Kamera ausgestattet, erarbeiteten die Jugendlichen rein virtuell erfahrbare Zeichnungen, die für das bloße Auge nicht sichtbar sind.

kepler-452b – Eine neue Hoffnung

Listen, Pläne, Illustrationen

Jan Pötter mit Schüler*innen der OBS Ofenerdiek

Wir schreiben das Jahr 2119. Die Menschheit hat sich in eine Sackgasse manövriert. Ihre letzte Hoffnung: Der Planet Kepler-452b. 1400 Lichtjahre von der Erde entfernt, erreicht die Crew der „Survivor“ das Sternbild Schwan. An Bord herrscht Euphorie. In den gut gefüllten Lagern befindet sich Nahrung, Baumaterial, Werkzeug, Roboter und Saatgut für Jahrzehnte. Schon bald wird klar: Es gibt Wasser! Doch was, wenn wir dort oben nicht alleine sind?

Ziel des Workshops war der Aufbau einer Zivilisation, die die Fehler der Erdbevölkerung nicht wiederholt. Diese „Neue Welt“ wurde von den Schüler*innen in einer großen Collage aus gesammelten Material, Illustrationen, Listen und Plänen visualisiert.

AKTIONEN

ZEICHNUNG & VISION

7. Zeichenfestival 02.09.2019 – 13.09.2019

Meine vier Wände

von Julia Boswank und Olga Grigorjewa

Öffentlich-partizipative Aktion im Kennedyviertel

Wie kann die eigene Wohnung zur Traumwohnung werden?

Bewohner*innen des Kennedy-Viertels zeichneten Grundrisse ihrer Wohnräume und gestalteten diese nach ihren Wunschvorstellungen um.

Auf dem Marktplatz Bloherfelder-/Kennedystr. wurde eine Auswahl der Traumwohnungen maßgetreu in 1m Höhe nachgebaut.

Videoinstallation

An der Spitze

von Georg Lisek

Öffentlich-partizipative Aktion im Stadtatelier

in den Oldenburger Schlosshöfen

Ausstellungseröffnung 7. Zeichenfestival Bauwerkhalle Oldenburg September 2019

Besonderer Dank gilt den Förderern des 7. Zeichenfestivals:

Unterstützer:

Partner: